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Ein ganz normaler Dienstag in Berlin. Um zu wissen, wie das Wetter wird und man sich kleiden soll, dudelt RadioEins vor sich hin als der geneigte Hörer plötzlich etwas hört: „bla bla blablabla bla blubber bla … ausgenommen ist der S-Bahn-Verkehr auf der Ringbahn. Das Wetter……“. Wie jetzt? Was ist mit den anderen Linien? Ich brauche keine Ringbahn. Wird etwa wieder gestreikt? Sofort laufen Bilder vom letzten Jahr vor dem geistigen Auge ab, als letztes Jahr BVG und S-Bahn im Wechsel die Arbeit niederlegten. OH NEIN! Denn im Moment kann man nicht auf die U-Bahn ausweichen, da die für mehrere Monate nicht fährt: Bauarbeiten und Schienenersatzverkehr. Also fix im Internet nachgeschlagen. Kein Streik, aber dafür 20-Minutentakt. Kann ja nur halb so wild sein. Also ab zum Bahnhof. Wie es immer so kommt, fährt einem die S2 vor der Nase weg. Dafür kommt glücklicherweise von der S8 einer. Als Kurzzug! Drinnen alles voll. Irgendwie konnte ich mich aber mit rein quetschen. Eine Station weiter musste ich umsteigen. Also raus und warten, denn auch diese Linien hatten den 20-Minutentakt und waren grade weg. Irgendwann kam die S1 und voll war gar kein Ausdruck dafür. Ich sah keine Chance auf Mitfahrt und wartete auf den nächsten Zug. Der kam stehenden Fußes in Form der S25. Und mit der konnte ich dann auch mitfahren. Von Pankow bis Gesundbrunnen habe ich geschmeidige 30 Minuten gebraucht!

Wir fassen also noch einmal zusammen: Alle Züge der S-Bahn-Berlin fahren heute mit verkürzten Zügen im 20-Minutentakt und sind brechend voll. Und warum? Weil der Mutterkonzern, die Deutsche Bahn AG, mal wieder an den falschen Stellen gespart hat. Da werden billige Räder gekauft, die nur die Hälfte der Laufleistung haben. Es werden Werkstätten geschlossen, in denen normalerweise die Züge gewartet, überprüft und repariert werden. Und es wird Personal abgebaut, was wiederum einen höheren Krankenstand bei den verbleibenden Angestellten hervorruft. Was auf der Strecke bleibt ist nicht nur der Service. Der war eh schon immer bescheidend. Es wird auch mit der Sicherheit geschlammt. Da darf man eben auch mal die Wartungs- und Untersuchungsfristen verlängern. Weil ja aus oben genannten Gründen keine Kapazitäten vorhanden sind. Denn durch die Sonderüberprüfung müssen ja die Räder gecheckt und ausgetauscht werden. Wo haben die eigentlich den Schrott gekauft? In China? Hauptsache billig. Was wäre eigentlich, wenn man den eigenen PKW mit Schrotträdern bestückt und den TÜV nicht machen lässt? Dann bekommt man Ärger mit der Staatmacht. Was passiert bei der S-Bahn? Wahrscheinlich nichts. Eigentlich müssten dort jetzt einige Herren den Hut nehmen und gehen. Oder besser noch: Nachher im Feierabendverkehr mit der Bahn fahren.

Quellen:
http://www.tagesspiegel.de/berlin/Brandenburg;art128,2835730
http://www.tagesspiegel.de/berlin/S-Bahn-Nahverkehr;art270,2836193
http://www.tagesspiegel.de/berlin/Verkehr-S-Bahn-Radbruch;art18614,2834251

7 Reaktionen to “S-Bahn-Chaos in Berlin: Reisen auf asiatisch”

  1. Dave:

    nun sein sie mal bitte nicht so pingelig. hier bei mir gibt es nicht mal eine sbahn geschweige denn ubahn oder überhaupt etwas auf schienen!!

  2. Christian:

    Ja – so ist das, wenn man in BRANDENBURG lebt….

  3. Dave:

    wissen sie überhaupt wer sich hier beschwert?? ihr lang vermisster arbeitskollege!!!

  4. Christian:

    Da muss man sich erst in seinem eigenen Blog über nichtsnutzige Bonzen, die eine Fehlentscheidung nach der anderen treffen beschweren, dass in diesem Land mal was passiert!

    Und David – wie sieht es aus? Wollen wir uns für die neue Geschäftsleitung der S-Bahn Berlin bewerben? Schlechter als die sind wir nicht. Geht ja auch kaum.

    Vorschläge zum Thema "Entschädigung für S-Bahn-Kunden":
    – Die Ex-Chefs im Nachmittags-Berufsverkehr 5 Runden mit der Ringbahn fahren lassen. Aber nur an schwülen Tagen mit mindestens 28 Grad Celsius.
    – Die ehemalige Geschäftsleitung darf mal einen Tag lang (am besten zur Stoßzeit) am Abfertigungshäuschen Kundenbeschwerden entgegennehmen. Z.B. Friedrichstraße, Alexanderplatz oder Gesundbrunnen. Faules Obst und Eier werden nicht bereit gestellt sondern müssen mitgebracht werden.
    – Intensive Grundreinigung mit neuen Farbanstrichen am S-Bahnhof Yorkstraße (S2/S25). Willkommen in der Sauna.

    Weitere sind Vorschläge willkommen.

  5. Christian:

    Viel zu lernen Du noch hast, Junger Padawan…

    Ich meine natürlich: Weitere Vorschläge sind willkommen.

  6. Dave:

    Ich hätte da noch ne andere Idee von dem du mehr hast.
    Einen Monat lang holt dich jemand aus dem Vorstand mit seinem Auto ab und bringt dich zur Arbeit mit nem Pina Colado auf der Rückbank… was sagst du dazu?

    Ansonsten könnte ich noch anbieten Busfahrer in Neukölln für ne Woche…

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