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Vor zwei Wochen bekam ich meine HOLGA-Kamera in der „Premium-Ausführung“, also mit Glaslinse und Color-Blitz. Jetzt habe ich meine ersten Erfahrungen sammeln können und auch die Bilder vom Labor sind zurück. Ein Bericht.

Die Handhabung der HOLGA ist eigentlich idiotensicher, da die Kamera so einfach gebaut ist, das man eigentlich gar nichts falsch machen kann. Ungeübten Mittelformat-Fotografen, die noch keine Erfahrungen mit Rollfilmen gesammelt haben, kann das Filmeinlegen etwas Probleme machen. Wer aber schon einmal so etwas gemacht hat, sollte damit keine Schwierigkeiten haben. Ist der Film erst einmal geladen, dann ist eigentlich nur noch ein Motiv von Nöten und eine ruhige Hand. Die Verschlusszeit lässt sich nicht verstellen und ist mit ungefähr(!) 1/100 Sekunde für unruhige Hände nicht wirklich von Vorteil. Hinzu kommt das quasi nicht vorhandene Gewicht, das ein verreißen der Aufnahme begünstigt. Der Blitz ist für Innenaufnahmen ein Muss. Leider dauert es bis zu einer halben Minute, bis dieser Bereitschaft signalisiert. Die Sache mit den Farbfiltern ist eine ganz gute Idee, bringt aber nur was bei Nahaufnahmen, wie Portraits. Das Äußere fühlt sich billig an und das Teil ist hässlich wie die Nacht.

Alles in allen würde man bei einer „normalen“ Kamera sagen: So ein Schrott. Finger weg! Kauf dir was vernünftiges. Nun ist die HOLGA aber nicht „normal“, sondern – sagen wir mal: anders. Die fertigen Bilder sprechen eine klare Sprache: gerade Linien werden krumm, verwackelte Aufnahmen, Abdunklungen in den Ecken usw.. Also eigentlich genau das, was ich erwartet habe! Ich bin mit den ersten Probeaufnahmen doch recht zufrieden. Die Kamera hält, was sie verspricht und weckt den Spieltrieb in einem. Da man ja auch weiß, dass, egal wie man sich anstrengt, die Bilder „anders“ werden, nimmt man von vornherein eh schon andere Motive. Man experimentiert mehr und wird kreativer. HOLGA macht Spaß! Den Kultstatus hat sie zu Recht verdient. Man muss eben nur wissen, auf was sich einlässt. Mit anderen Worten: „Beide Daumen hoch.“ (Zitat: David)

3 Reaktionen to “Produkttest: HOLGA 120 GCFN – Ist der Kult berechtigt?”

  1. Johanna:

    Hallo,
    ich bin über Google auf Deinen Blog gekommen, weil ich mir überlege auch so eine Plastikkamera zuzulegen.
    Wie hast Du die Negative denn eingescannt? Mit einem Scanner mit Durchlichteinheit? Meistens sind die integrierten Durchlichteinheiten ja nur für Kleinbildnegative geeignet.
    Würde mich sehr freuen, wenn Du mir das kurz schreiben könntest.
    Liebe Grüße
    Johanna (email: J.Ka@gmx.de)

  2. Christian:

    Hallo Johanna,

    danke für Deinen Kommentar. Gerne beantworte ich Dir Deine Frage.

    Ich habe mir extra wegen den Mittelformatnegativen den Canon 8800 F Scanner gekauft. Der hat eine Durchlichteinheit für Kleinbild, Dia und Rollfilm. Der kostet zwar auch ein paar Euro, ich bin aber auch recht zufrieden mit den Ergebnissen. Nimmt zwar etwas mehr Platz weg als andere Geräte, ich habe mir aber eine Schublade unter dem Schreibtisch geschraubt, wo das Gerät nun auf seinen Einsatz wartet. Kurzum – kann ich nur empfehlen.

    Mal noch eine Frage zum Fotografieren: Hast schon Erfahrungen mit Rollfilm-Kameras gemacht oder ist die Holga dein Einstieg in die Mittelformatfotografie? Wie ich ja auch geschrieben habe, muss man bei diesem Gerät genau wissen, auf was man sich da einlässt. Und Rollfilme und deren Entwicklung sind etwas teurer als Kleinbildfilme und deren Folgekosten. Es gibt auch für das "Normalformat" interessante lomografische Apparate.

    Gruß
    Christian

  3. Hochzeitsfotografie: HOLGA Wedding Trash | blog.kretke.net:

    […] sieht billig aus (und ist es auch) und kommt aus China (siehe auch meine Artikel hier und hier). Ich finde diese Idee richtig gut. So Standard-Gute-Laune-Bär-Grins-Grins-Bilder kann ja […]

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